Wer von Ihnen detailliertere Informationen über die brisante Lage in Florida erhalten möchte, sollte sich englischsprachige Nachrichten anschauen.

Und der Gouverneur von Florida steht völlig fassungslos da und sagt nur noch: I will pray for the people – ich werde für die Leute beten.

Die Evakuierungen vor Ort für den gesamten State Florida sind gerade in vollem Gang. Stündlich wird die Situation analysiert. Hierzu fehlen Ihnen Vokabeln, um die News von CNN und anderen US-amerikanischen Sendern mitzuverfolgen?

Immer wieder wird auf die lebensbedrohliche Gefahr von „surge“ hingewiesen:

Letztendlich sind weniger die Sturmböen lebensbedrohlich, sondern die daraus entstehenden haushohen Sturmfluten.

Viele Familienhäuser in Florida sind Holzhäuser und entsprechen nicht den Bauvorlagen, um einen Hurrikan abzuwehren.

Alte Bauweisen sind zu niedrig gebaut, um bei Hochwasser Unterschlupf zu finden. Neuere Bauten sind zwar eher geeignet, eine Sturmflut von 6 Meter und höher zu überleben, doch warnen die Behörden Floridas davor, eigensinnig (stubborn) und kurzfristig zu denken und zu handeln.

surge – Sturmflut

gust – heftige Winde

heavy thunderstorm – heftige Gewitter

mandatory – Pflicht

mandatory evacuation

mandatrory curfew (Sperrstunde)

duty – Pflicht

Der Hurrikan Irma hat Ausmaße, die alle bisherigen Erfahrungen mit Hurrikans übertreffen.

Key West

Bislang galt Key West als Zufluchtsort für viele, die weniger mit Florida oder auch den USA verbindet. Ob Schriftsteller oder Künstler, ob Out-of-the-Box-Denkende oder Minderheiten, sie alle haben zu einem kunterbunten und spannenden Mix der Key West Einwohner beigetragen.

Ein Key West Bewohner berichtet den Medien, dass ironischerweise das Hemingway House das sicherste in gesamt Key West sei.

Insbesondere Key West ist stark von Hurrikan Irma gefährdet. Der Gouverneur Floridas hat die Ortsansässigen eindringlich gewarnt, sie könnten völlig auf sich selbst gestellt sein, wenn sie Key West nicht verlassen würden.

Denn selbst Polizei und andere Rettungsdienste haben Key West verlassen. Einige Key West Bewohner haben quasi last minute entschieden, Key West und notfalls auch Verwandte hinter sich zu lassen. Einfach, weil ihnen der Ernst der Lage in letzter Minute bewusst wurde.

Key West ist über 42 Brücken mit dem Festland verbunden. Wird nur eine Brücke zerstört, haben es die Rettungsdienste schwer, Erste Hilfe zu leisten. Es könnte bedeuten, für Tage und Tage abgeschnitten vom Festland zu sein.

Trotz der unkalkalkulierbaren Gefahr einer Riesen-Sturmflut haben sogar einige Journalisten beschlossen, auf Key West zu bleiben und von dort live zu berichten.

Die letzten Ratschläge – 2 Stunden vor dem Unfassbaren – klingen wie schlechte Regieanweisungen aus einem Apokalypsefilm – für die Zurückgebliebenen. Und nicht nur für diejenigen, die nicht einen Schutzraum aufgesucht haben. Tragischerweise auch für diejenigen, die in einem der Schutzräume Zuflucht gesucht haben und  sich beispielsweise in einer der vier Schulen in den Keys befinden.

„This is the time to be bold“ – dies ist die Zeit, kühn/wagemutig zu agieren

Und so lauten die letzten Instruktionen für die Floridianer, die in sich in der roten Gefahrenzone befinden:

„Throw your furniture in the pool“ – Werfen Sie Ihre Möbel in den Pool, damit Sie nicht zu fliegenden Waffen werden.

„Climb up a wall if the water is coming in.“ Klettern Sie die Wand hoch, falls das Wasser hineinkommt.

Pull over a mattress or a blanket – nehmen Sie eine Matratze oder eine Decke und bedecken Sie sich damit!

to worsen – verschlechtern

to weaken – abschwächen

Leider ist nicht 100 prozentig sicher, welche Richtung der Hurrikan Irma  nehmen wird. Es ist  unverhersehbar (unpredictable) und deswegen werden stündlich die Warnungen an die Bevölkerung modifiziert.

hard to pinpoint – schwer, genau auszumachen

to deteriorate – verschlechtern

„You will encounter eerie calmness“ – seltsame Ruhe werden Sie erleben

don´t get fooled by it – lassen Sie sich dadurch nicht täuschen

es kommt noch schlimmer…

fine line – Gratwanderung

debris – Trümmer

harm – Schaden

Gebiete, wie Fort Meyers sind besonders anfällig und verwundbar (vulnerable). Dort können leicht die Fluten bis zu 10 Meilen ins Inland drängen.

Allgemeine Informationen zu Hurrikanen in Florida:

Die offizielle Hurrikan-Saison in Florida beginnt am Anfang Juni und endet Ende November, wobei die stärksten Hurrikane zwischen August und Oktober verzeichnet wurden. Laut der Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala werden Hurrikane in fünf Stärken eingeteilt. Dabei werden erwartete Windgeschwindigkeiten und Überschwemmungen gemessen. Es handelt sich um tropische Wirbelstürme mit über 119 km/h. Wärme und Wind begünstigen das Entstehen von Hurrikanen. Wasser verdampft, steigt auf und kondensiert zu Gewitterwolken mit wirbelnder Bewegung. Sobald der Hurrikan Landmasse erreicht, verliert er an Windstärke. Über dem warmen Ozean gewinnt er dann wieder an Kraft, wie wir dies leider bei Irma über Kuba und danach Florida beobachten mussten.

Fragen mich Teilnehmer nach der idealen Reisezeit für Florida, beginne ich bei den ungünstigsten Reisemonaten – August bis Oktober. Denn insbesondere von Kuba kenne ich Teilnehmer, die hautnah eine Evakuierung im Oktober miterleben mussten.Wer sich den Reisemonat für Florida aussuchen kann, der sollte die Hurrikan-Saison mit einkalkulieren und wenn möglich aussparen.

Weitere Tipps und Hinweise, wie Sie sich bei Hurrikanen verhalten sollten, finden Sie auf der der entsprechenden Seite des Auswärtigen Amtes.

Namensliste für Hurrikane:

Es gibt eine festgelegte Namensliste für Hurrikane – alphabetisch sortiert. Die Namen rotieren alle sechs Jahre. Wurden früher nur Frauennamen verwendet, gibt es seit 1979 nach jedem weiblich benannten Hurrikan einen männlichen. Daher hieß der Hurrikan vor Irma, Harvey und nach Irma folgt Jose.

Hurrikankatastrope Andrew am 24. August 1992:

Hurrikan Andrew zerstörte große Teile von Südflorida und galt bislang als größte Naturkatastrophe Floridas.

Was Sie zu den aktuellen Reise- und Sicherheitsmaßnahmen in Florida und den USA wissen sollten, finden Sie über diesen Link zum Auswärtigen Amt – aktueller Stand: 13.09.2017

 

 

 

 

 

 

Literatur habe ich wenig gefunden. Eine Kindle Edition zum Thema Hurrikan hat eine deutsche Augenzeugin geschrieben. Sie lebt in Mexiko, Baja California und hat einen der schwersten Hurrikans im September 2014 miterleben müssen.